




Aufatmen am Anfang
Allein der Weg bis nach Undeloh kommt mir immer so vor, als würde ich eine Zeitreise antreten. Das Heideörtchen liegt so weit ab vom Schuss, dass ich sofort Urlaubsgefühle habe, wenn ich über die verkehrsberuhigte Hauptstraße zum Parkplatz am Heide-Erlebnis-Zentrum abbiege. Und weil dort manchmal der Oldtimer "HeideBulli" anzutrreffen ist und auch jede Menge Pferdegespanne, um Gäste durch die Heide zu kutschieren, ist die Entschleunigung fast greifbar. Die rund 20 Kilometer lange Heideschleife Radenbachtal ist aber Wanderern vorbehalten und an diesem Vormittag gefühlt mir ganz allein.Höhepunkt in der Mitte
Bereits nach den ersten Kilometern fühlt es sich so an, als würde ich dem Frühling entgegengehen. Je länger ich unterwegs bin entlang des Radenbachs, der bald zur Schmalen Aue übergeht, desto glücklicher macht es mich, dass ich die aufblühende Natur um mich herum so deutlich spüren kann. Während viele andere Sonnenanbeter inmitten des Trubels um freie Plätze auf Bänken oder im Gartencafé konkurrieren, höre ich am Heidschnuckenweg einzig das Zwitschern der Vögel und den leisen Windhauch oben auf dem Wilseder Berg. An klaren Tagen wie diesen kann ich von hier aus bis nach Hamburg schauen, ohne mich dorthin zu wünschen. Denn hier bin ich lebendig, obwohl oder gerade weil die Muskeln ein bisschen müde werden.Zufrieden zurück
Den "Rückweg" des Rundweges gehe ich trotzdem beschwingt zurück zum Startpunkt - mit vielen besonderen Eindrücken und der einmal mehr aufgefrischten Erkenntnis, dass die Heide viel abwechslungsreicher ist, als viele meinen und die ersten wärmenden Strahlen der Frühlingssonne ein echter Energiebooster sind und dies umso intensiver, je bewusster ich sie in mir aufsauge.- Undeloh liegt direkt am autofreien Naturschutzgebiet und eignet sich hervorragend, um von dort aus die Facetten der Heide über viele verschiedene Wege zu erkunden.
- Das HeideErlebniszentrum am Ausgangspunkt der Heideschleife Radenbachtal bietet umfangreiches Wissen über die Lüneburger Heide, das dort anschaulich vermittelt wird. Der Eintritt ist frei.
- Ein besonderes Erlebnis im Radenbachtal ist die Sichtung der Dülmener Wildpferde, die vom Verein Naturpark (VNP) zur Landschaftspfege gehalten werden als die einzige in Deutschland heimische Robustpferderasse.
Die Kolumne vom Heidschnuckenweg - Randnotizen von Deutschlands schönsten Wanderweg
Sofies Schnucken-Post erscheint alle 14 Tage als Kolumne über den Heidschnuckenweg zwischen Hamburg und Celle, der zum schönsten Wanderweg Deutschlands gekürt wurde. Der 223 Kilometer lange Fernwanderweg durch die Lüneburger Heide erstreckt sich über 13 Etappen und ist zusätzlich mit 12 als „Heideschleifen“ bezeichneten Rundwanderwegen gespickt.
Folgen-Übersicht:
Schnucken-Post #01: Moin vom Heidschnuckenweg
Schnucken-Post #02: Frühlingserwachen
Schnucken-Post #03: Endlich einsam
Schnucken-Post #04: Zauberhaft
Schnucken-Post #05: Unvergesslich
Schnucken-Post #06: Abenteuerlustig
Schnucken-Post #07: Kosmopolitisch
Schnucken-Post #08: Heilsam
Schnucken-Post #09: Hundefreundlich
Schnucken-Post #10: Durchgestartet
Schnucken-Post #11: Entschleunigt
Schnucken-Post #12: Aufgeblüht
Schnucken-Post #13: Abgeschieden
Schnucken-Post #14: Losgelöst
Schnucken-Post #15: Angekommen
Schnucken-Post #16: Abseits
Schnucken-Post #17: Leichtfüßig
Schnucken-Post #18: Cozy
Schnucken-Post #19: Sternenklar
Schnucken-Post #20: Verzaubert
Schnucken-Post #21: Genüsslich
Schnucken-Post #22: Ausgeklinkt
Schnucken-Post #23: Neugeboren
Schnucken-Post #24: Selbstbestimmt
Schnucken-Post #25: Preisgekrönt
Schnucken-Post #26: Rundherum


