Heidschnuckenweg

Neugeboren | Heidschnuckenweg wandern

Mit Schnuckenlämmern ins beginnende Jahr
Krippentiere gehören zu Weihnachten wie die Lämmer zu Ostern. In unserer christlich geprägten Kultur sind die niedlichen Babyschafe eigentlich ein Opfersymbol, werden aber heutzutage eher mit Boten des nahenden Frühlings und damit des Lebens assoziiert. So erscheint es fast wie ein Wunder, dass die ersten Heidschnuckenlämmer des neuen Jahres bereits das Licht der Welt erblicken und den Zauber des Neubeginns noch magischer erscheinen lassen.

Tierisches Vergnügen

 
Wie der Heidschnuckenweg zu seinem Namen kam, ist an sich ja selbsterklärend: Die Heide und ihre Schnucken – abgeleitet von dem Wort „Schnöknern“ - haben nicht nur eine lange Tradition, sondern auch so viel Charme, dass allein ihr Anblick unser Herz erwärmt. Nie werde ich vergessen, als wir im Rahmen einer teambildenden Weihnachtsfeier gleich eine ganze Herde in herrlich glitzernder Schneelandschaft bändigen sollten. Diese Aufgabe war spaßiger, weil schwieriger als gedacht und zutiefst beeindruckend. Denn ein einziger Hütehund schaffte es in wenigen Augenblicken, 800 Tiere zusammenzubringen - wofür wir hingegen 30 Leute und gefühlte drei Stunden brauchten.
 

Flora und Fauna

 
Ohnehin scheint die Heide wie geschaffen für Symbiosen: Die Schnucken fressen junge Triebe und Gräser und sorgen so dafür, dass die lila Flächen erhalten bleiben. Auch die bestäubenden Bienen haben freiere Bahn, weil die Hufen der Heidschnucken die Spinnweben eindämmen. Wer einer der Herden der Heide begegnet, wird dieses besondere Erlebnis nicht so bald vergessen. Das scheinbar zeitlose Bild der grasenden Tiere ist so friedlich, dass Wochentage, Daten oder Termine mit einem Mal gar keine Rolle mehr spielen. Und der Schäfer trägt in seinem tiefenentspannten Wesen sein Übriges dazu bei, dass sich die Ruhe dieses Augenblicks unmittelbar überträgt.
 

Schnuckelig klein

 
Zu toppen ist diese einzigartige Erfahrung inmitten der Natur nur noch durch die Bewunderung neugeborener Lämmer. Bis zu 300 Jungtiere können eine Herde pro Saison beglücken. Und die beginnt in diesem Jahr besonders früh. Die ersten Babylämmer sind bereits da und haben am Rande des Heidschnuckweges in der Südheide das Licht der Welt erblickt. Was könnte diese zurzeit besser gebrauchen als diese kleinen Wesen mit ihren dunklen Kulleraugen, die ein bisschen Hoffnung auf ein friedlicheres, ruhigeres, neues Jahr mitbringen?

  • Insgesamt ziehen über 9.000 Heidschnucken in 13 Herden an 365 Tagen im Jahr durch die Heideflächen und legen vom Schäfer und seinem Hütehund begleitet etwa 10 bis 12 Kilometer täglich zurück.

  • Eine Begegnung mit einer der Herden gehört zu den Highlights eines Ausflugs in der Heide. Allerdings braucht man dafür auch etwas Glück oder ein paar Insidertipps

  • Auch wenn Heidschnucken als schwarzes Schafe auf die Welt kommen und nicht selten in der Fleischproduktion enden, haben die genügsamen Tiere in der Heide zumeist ein artgerechtes, glückiches Leben.


Die Kolumne vom Heidschnuckenweg - Randnotizen von Deutschlands schönsten Wanderweg

Sofies Schnucken-Post erscheint alle 14 Tage als Kolumne über den Heidschnuckenweg zwischen Hamburg und Celle, der zum schönsten Wanderweg Deutschlands gekürt wurde. Der 223 Kilometer lange Fernwanderweg durch die Lüneburger Heide erstreckt sich über 13 Etappen und ist zusätzlich mit 12 als „Heideschleifen“ bezeichneten Rundwanderwegen gespickt. 


Folgen-Übersicht:

Schnucken-Post #01: Moin vom Heidschnuckenweg
Schnucken-Post #02: Frühlingserwachen
Schnucken-Post #03: Endlich einsam
Schnucken-Post #04: Zauberhaft
Schnucken-Post #05: Unvergesslich
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