Wandern im Winter? Ich hab mich mal wieder rausgetraut!

Dick eingepackt die frische, klare Luft einatmen - und sich so richtig gut fühlen

17.01.2018 | Von Adina Pannicke

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Man wird im Freundeskreis schon etwas schräg beäugt, wenn man Mitte Januar bei klirrender Kälte von einer mehrstündigen Wanderung zurückkommt. Doch wie sagte schon damals der Sportlehrer: Es gibt kein falsches Wetter, nur die falsche Kleidung!
Meine war definitiv nicht falsch, denn ich rollte in mehrere Schichten gepackt wie eine Art Michelin-Männchen los, als ich mich morgens früh vom Niederhaverbecker Wanderparkplatz aus aufmachte, um den Wilseder Berg "zu erklimmen".

Dafür geht es zunächst durch Wälder, an Seen, beschaulichen Heidehöfen vorbei und quer durch einige schlafende Heideflächen. Hier und da ist ein Vogel im Geäst zu hören. Eine zugefrorene Pfütze lädt ein, knarrend zertreten zu werden. Dort versteckt sich ein Hase im Unterholz - man entdeckt so einiges in der winterlichen Natur, wenn man einmal den Blick schweifen lässt.

Dann wird der Wald lichter und es eröffnet sich die Heidelandschaft. Sie wirkt um diese Jahreszeit verträumt und unwirtlich. Für die kommende Heideblüte soll sie sich ruhig ausschlafen, um dann wieder in voller Blüte für uns zu erstrahlen. Zu allen Seiten tun sich Hügel auf. Mit seinen gerade einmal 169 Metern Höhe erfordert der Wilseder Berg normalerweise keine besondere Fitness und der Aufstieg ist recht zügig vollbracht. Bei Minus-Temperaturen kommt man da schon etwas ins Pusten.

Dafür belohnt der Ausblick, ist man erst mal oben angekommen. Gleißende Sonne sendet ihre zaghaften Strahlen durch den Nebel, der sich kilometerweit über das Land erstreckt. Wie kleine dunkle Zipfel schauen die Baumkronen daraus hervor. Die eiskalte, klare Luft einzuatmen, ist einfach toll und belebt den ganzen Körper. Für diesen Ausblick, die Ruhe und Einsamkeit und viele erfrischende Atemzüge hat sich der Aufstieg heute gelohnt.
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